|
Der Schweizerische Verkehrssicherheitsrat widmet 2004 seine jährliche landesweite Plakataktion weiterhin dem Thema «Alkohol im Strassenverkehr». Mit dem Slogan «drink or drive» werden Fahrzeuglenkerinnen und -lenker zur Auseinandersetzung aufgefordert: Wer Alkohol konsumiert, soll sich bewusst entscheiden, nicht mehr zu fahren. Im Juni lanciert der Verkehrssicherheitsrat dann eine Parallel-Kampagne, die die Problematik «Kiffen und Fahren» aufgreift.
Bei jedem fünften tödlichen Verkehrsunfall ist Alkohol im Spiel. Neben der erwiesenermassen wirksamen Repression - zukünftig verstärkt z.B. durch verdachtsfreie Atemluftkontrollen - kommt der Auseinandersetzung mit dem eigenen Trink-Fahr-Verhalten grosse Bedeutung zu. Diese Präventionsarbeit muss konkrete Handlungsanweisungen bieten.
Trinken oder fahren
Der Slogan «drink or drive» ist griffig und das dazu gehörende hoch emotionale Bild eines zerbrochenen Glases an Stelle des Schaltknüppels ist genauso eindeutig. Und das kommt an: «Auch Jugendliche finden das Plakat super, unmissverständlich, überzeugend. Dieser Meinung sind wir auch. Wir geben es sehr gerne ab.» Trudi Gisin von der Fachstelle «Alkohol - am Steuer nie!» zeigt sich sehr zufrieden über die Kooperation mit dem Verkehrssicherheitsrat im Rahmen der Kampagne «drink or drive».
Prolongiert wegen hervorragender Resonanz
«Verschiedene Partner haben uns in unserem Vorhaben bestärkt 'drink or drive' 2004 weiterzuführen», erläutert Hans Ulrich Büschi, Präsident des Schweizerischen Verkehrssicherheitsrats, die Beweggründe für die Fortsetzung der Präventionskampagne. «Die Strassenverkehrsämter sind quasi vollzählig als Partner eingestiegen. Fast alle Polizeicorps setzen ihr Engagement mit 'drink or drive'-Partneraktionen fort und ich habe schon verschiedentlich gehört, dass auch wieder rege Nachfrage für Promo-Material herrscht.»
Im letzten Winter wurden den Polizeikorps vom Verkehrssicherheitsrat 125 000 'drink or drive'-Eiskratzer zur Verfügung gestellt und u.a. bei Grosskontrollen als Dankeschön für korrektes Fahren abgegeben. Beat Grüter, Leiter Verkehrsinstruktion bei der Kantonspolizei Luzern: «'drink or drive ist bekannt. Die Aktion wurde von vielen Fahrzeuglenkern/-innen begrüsst. Mein Kommentar: Fortsetzung erwünscht.»
Das passiert nun: Auf grossformatigen Mahnwänden an Ausserortsstrecken und auf rund 25 000 Plakaten erinnert das Sujet «drink or drive» 2004 die Verkehrsteilnehmenden immer wieder daran, bewusst zu entscheiden «trinken oder fahren». Verschiedene Broschüren - mittlerweile in einer Auflagenhöhe von total über 350 000 Exemplaren - liefern Zusatzinformationen. Sie sind in Zusammenarbeit mit der Dachorganisation «Alkohol im Strassenverkehr» entstanden.
Ein weiterer wichtiger Partner in der Kommunikation sind die Fahrschulen. Rund 500 Fahrschulen in der ganzen Schweiz werden während des Aktionsjahres Magnettafeln mit dem Kampagnen-Sujet auf ihren Wagen montiert haben. Auf vielen Fahrschulautos wird ausserdem das Kampagnen-Thema als Heckscheiben-Kleber zu sehen sein. Gleichzeitig hat in der Ausbildung der Fahrschülerinnen und
-schüler die Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol im Strassenverkehr besonderes Gewicht.
Breites Informationsangebot auf www.vsr.ch
Damit auch weiterreichende Fragen zum Thema «Alkohol und Strassenverkehr» beantwortet werden können, wurde für die Kampagne «drink or drive» unter www.vsr.ch ein Infopool geschaffen.
Neben der Bereitstellung von Sachinformationen soll die Auseinandersetzung mit dem eigenen Trink-Fahr-Verhalten unterstützt werden. Hier setzt beispielsweise der «Alkoholtest» an. Er beinhaltet 14 Fragen über Alkohol und seine Auswirkungen. Wer unnötige Risiken vermeiden will, sollte die Antworten kennen. Der Test wird im Internet angeboten und kann auch als Flyer bestellt werden.
Vorschau auf die Parallel-Kampagne «Die Wahrheit über Kiffen und Fahren»
«Nicht-Kiffer» sehen Kiffer nicht als Strassenverkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, sondern als Spezialfälle, die sowieso nicht gleich sind und folglich auch nicht Teilnehmende am Strassenverkehr -denn das sind WIR und nicht die ANDEREN, mit denen wir nichts zu tun haben oder zu tun haben wollen. Demgegenüber steht die eindrückliche Zahl von 600 000 Personen in der Schweiz, die angeben, gelegentlich zu kiffen. Einigen davon begegnet man auch auf der Strasse.
Ziel der Kampagne unter dem Motto «Die Wahrheit über Kiffen und Fahren» ist es, die Teilnehmenden am Strassenverkehr so zu beeinflussen, dass sie sich mit der Problematik «Kiffen und Fahren» auseinandersetzen. Die Mehrheit der Bevölkerung hat sich zu diesem Thema noch gar keine Gedanken gemacht. Der gesellschaftliche Druck, die soziale Kontrolle sind kaum vorhanden. Hier gilt es - von Anfang an - die Vorzeichen richtig zu stellen: Bekifft Fahren ist kein Kavaliersdelikt!
Der Informationsbedarf ist, sowohl in der Zielgruppe der Konsumenten als auch in deren Umfeld sehr gross. Viele Vorurteile und Falschinformationen sind im Umlauf. Die Kampagne «Die Wahrheit über Kiffen und Fahren» liefert sachlich Informationen ganz konkret auf das Thema «Verkehrssicherheit» bezogen.
Signalwirkung erwartet
«In der Gruppe der jungen Fahrzeuglenkenden mehren sich die Fälle von 'Fahren unter Drogen' und die Experten gehen davon aus, dass dabei Cannabis eine grosse Rolle spielt.» Für den Präsidenten des Schweizerischen Verkehrssicherheitsrats Hans Ulrich Büschi zeichnet sich ab, dass die neue Kampagne einen wichtigen Beitrag für die Sensibilisierung der Bevölkerung leisten wird. «Seit Beginn der Vorbereitungsarbeiten für die Kampagne 'Die Wahrheit über Kiffen und Fahren' im letzten Jahr, haben wir aus ganz verschiedenen Kreisen sehr positive Echos erhalten. Besonders gross ist das Interesse im Umfeld der Ausbildung und zwar sowohl seitens der Fahrlehrerschaft und der Verkehrsinstruktoren als auch in den nachobligatorischen Schulen.»
Detailinformationen und Expertenkommentare folgen im Frühsommer. Realisiert werden u.a. ein Infovideo für Fahrschulen und nachobligatorische Schulen und eine Kino- und TV-Spot-Serie.
Termine und Finanzierung
«drink or drive» startet 2004 zeitgleich mit der Europäischen Verkehrssicherheitswoche am 5. April 2004. Thematische Berührungspunkte gibt es auch mit dem Weltgesundheitstag am 7. April, denn in diesem Jahr wird erstmals die Verkehrssicherheit als Teil der Gesundheitsprävention fokussiert.
Die Kampagne «Die Wahrheit über Kiffen und Fahren» wird am 7. Juni 2004 mit einer Medienorientierung lanciert.
Die Präventionskampagnen «drink or drive» und «Die Wahrheit über Kiffen und Fahren» werden getragen von allen namhaften Behördenstellen und Organisationen der Schweiz, die sich für die Sicherheit im Strassenverkehr einsetzen. Für die Kosten kommt wiederum der Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) auf.
|
|